Trauer um Martin Klauss

Die soziale Bewegung in Freiburg hat einen ihrer engagiertesten Kämpfer für soziale Gerechtigkeit verloren. Die Grüne Alternative Freiburg dankt ihm für sein ideenreiches, unermüdlichen Engagement und die fruchtbare Zusammenarbeit in vielen kommunalpolitischen Themenbereichen. Wir haben primär einen liebenswerten, engagierten und großherzigen Freund verloren, dessen Herzlichkeit und Wärme wir schmerzlich vermissen werden. In Gedanken sind wir bei seiner Familie und allen anderen, in deren Leben sein Tod eine Lücke gerissen hat.


In unserer Trauer vermag uns jedoch zu trösten, dass viele in dieser Stadt sich oft an ihn erinnern werden. Denn zu nachhaltig hat sein beispielloser, öffentlichkeitswirksamer Einsatz für jene Menschen, die in unserer zunehmend unbarmherzigeren Gesellschaft an den Rand gedrängt werden, Spuren in Freiburg hinterlassen. Der politische und juristische Sieg gegen die von der Stadt Freiburg deutlich zu niedrig angesetzten Mietobergrenzen war sein letzter Erfolg Anfang 2011, den er mit unnachgiebiger, höchst zeitaufwendiger Nachforschung und schließlich der Enthüllung von so entdeckten Missständen erzielen konnte. Mit dieser Hartnäckigkeit und seiner analytischen Gabe konnte er die Stadtverwaltung hartnäckig antreiben, wenn er wieder einmal eine ihrer Statistiken oder teuer erstellten Gutachten fundiert auseinander nahm.


Ebenso hat er unermüdlich wertvolle Vorarbeiten geleistet, damit ein Sozialticket für einkommensschwache MitbürgerInnen auch in Freiburg endlich Realität werden kann. Die Einführung wird er nun leider nicht mehr erleben, doch auch wir werden in seinem Gedenken sein Herzensanliegen weiter verfolgen.
Die Existenz und das stetig anwachsende Angebotsspektrum des FreiburgPasses ist ein weiteres Beispiel für die Fruchtbarkeit seines hartnäckigen Wirkens.


Martin war der Mitbegründer eines übergreifenden AK Bildung UL3/GAF, der mit vielen Interessierten an bildungspolitischen Fragestellungen in und für Freiburg arbeitete. Der Bildungsbericht und die Einforderung sozialer Fragestellungen in die Untersuchungen der Lebenswirklichkeit von SchülerInnen und anderen Lernenden in Freiburg waren eines der anfangs herausragenden Themen dieses AK Bildung.


Nicht zuletzt ist auch der phänomenale Erfolg des parteiübergreifenden Bündnisses „Wechsel im Rathaus“ bei der Oberbürgermeisterwahl 2010 zu großen Teilen sein Verdienst. Wer in diesem Projekt mit ihm zusammen arbeitete, konnte ihn als einen absolut unprätentiösen und zuverlässigen Menschen erleben, der sich für keine Aufgabe zu schade war und gerade auch im Hintergrund nicht lange zögerte, sondern anpackte und dabei einen enormen Einsatz brachte.
Er lebte für und mit anderen und zog daraus eine Energie und Kraft, wie man sie selten bei einem Menschen erleben darf. Dass diese Energie nun nicht mehr hier ist, ist noch immer unfassbar.

Martin, wir werden dein Vermächtnis in Ehren halten!