Unser Wahlkampf (Update)

Was ist überhaupt „Grün“ in Freiburg?

Mit dem Plakatspruch „Wir wollen endlich Grüne im Gemeinderat” sind wir in die Wahlphase eingestiegen. Lässt sich die Kommunalpolitik der letzten Jahre mit dem in Einklang bringen, was Freiburger BürgerInnen mit dem Begriff „GRÜN“ verbinden? Auch wir haben uns dieser Frage gestellt und beantworten sie mit dem Antritt der Liste „GRÜNE ALTERNATIVE FREIBURG“ zur Gemeinderatswahl.

Wir verstehen unter grüner Politik die Verbindung von Ökologie, Selbstbestimmung, lebendiger Demokratie und Gerechtigkeit. Eine Politik, die das Wohlergehen der Menschen in den Vordergrund stellt und das menschliche Wohl nicht als getrennt von der gesamten Umwelt begreift. Wir wollen unsere MitbürgerInnen zu Mitbestimmung und einem kritischen Bewusstsein aufrufen, Bürgerrechte durchsetzen und ein konstruktives demokratisches Miteinander ermöglichen.

Wir wünschen uns im Freiburger Gemeinderat eine Fraktion, die grün denkt und bei Abstimmungen auch entsprechend handelt. Dieser Anspruch hat uns während der letzten fünf Jahre gefehlt.

Die „GRÜNE ALTERNATIVE FREIBURG“ stellt sich der Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt, die selbstbestimmtes, politisches Handeln ausmacht.

Das Plakat hat auch in unserer Gruppe eine große Diskussion ausgelöst. Für manche ist es zu negativ und noch zu stark in der Auseinandersetzung mit Bündnis 90/Die Grünen verhaftet, für andere ist es ein Ausdruck des Selbstbewusstseins, der beschreibt, warum wir Politik machen und direkt ausspricht, was wir wollen. Beteiligen auch Sie sich mit Ihren Ansichten, Vorschlägen und mit Ihrer Stimme an diesem konstruktiven Prozess für ein offenes Freiburg.

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Die Selbstverliebten

schönes Wahlplakat

Hallo,

ich habe da was auf Youtube eingestellt...

http://www.youtube.com/watch?v=m2uG0qYifeI

 

Viel Spass

den Slogan verstehe ich nicht...

... ich dachte es seien schon zwei von der Liste im Gemeinderat. Das dies keine Grünen sind wusste ich schon lange...

Ihr unterstellt mit diesem

Ihr unterstellt mit diesem Plakat letztlich, dass ihr die einzigen Grünen seid. Damit sprecht ihr den Grünen ihre Identität ab, unter anderem meiner Wenigkeit, was ich unverschämt und auch verletztend finde. Wie das mit dem Anspruch auf konstruktives demokratisches Miteinander zusammengeht, anderen ihre Identität abzusprechen, müsst ihr mir mal erklären. Eine reiche Diskussion bedeutet für mich eine Diskussion über Inhalte und nicht über provokante Plakatparolen. Auch diese können wir gerne führen, bislang weiss ich leider nicht, wofür ihr überhaupt inhaltlich steht und wo denn nun die immer wieder behauptete Differenz zu Bündnis 90/Die Grünen bestehen soll. Herzlich, Timothy Simms (Platz 8 auf der Grünen Liste)

der Unterschied liegt sicher auch im Gefühl

von grüner Identität. Ich bin seit 30 Jahren Parteimitglied, kann mich mit diesem Plakat aber mehr als identifizieren.

Es gab mal ein Plakat der GRÜNEN: Es geht nicht um die Macht, es geht ums Leben.

Das ist genau das Gefühl, was in den letzten 30 Jahren Schritt für Schritt verloren gegangen ist und das hätte nicht sein müssen.

warum so empfindlich?

"bündnis 90/die grünen" müssen sich schon die kritik gefallen lassen, dass sie nicht mehr im inhaltlichen sinne "grün" handeln, sondern sich auf vielen gebieten - z.B. sozialpolitik oder bürgerrechte - weit davon entfernt haben. übertriebene empfindlichkeit ist da keine souveräne reaktion - die CDU quengelt z.B. auch nicht so rum, wenn ihr gesagt wird, sie solle doch "christlich" handeln...

ich finde es durchaus

ich finde es durchaus souverän, seine empfindung zu äußern. und darauf hinzuweisen, dass ich unter konstruktivem miteinander offenbar einen anderen umgang verstehe als du. inhaltliche kritik ist konkret und besteht jedenfalls nicht aus einer pauschalen unterstellung.

An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

@Timmothy Simms Vielleicht hast du eine kleine aber nicht unbedeutende semantische Feinheit übersehen: Wir finden, dass der Freiburger Gemeinderat Leute braucht, die grün denken und handeln und abstimmen. Getreu dem biblischen Motto: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Ich persönlich glaube schon, dass auch der eine oder die andere Bündnisgrüne es schaffen könnte, sich aus der machtorientierten taktischen Umklammerung des OBs zu lösen und wieder anfängt, als GrüneR zu agieren. Aber dafür bräuchte es einen ordentlichen "Grünruck" in der bündnisgrünen Gemeinderatsfraktion. Wer als WählerIn da auf Nummer sicher gehen will, kann jetzt das Kreuz bei der Grünen Alternativen machen - und bestenfalls zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Du fragst nach den Unterschieden? Der liegt m.E. vor allem im politischen Handeln. Was nützt es z.B., wenn OB und bündnisgrüne Fraktion zur - gerade in den grünen Programmen vielbeschworenenen - Bürgerbeteiligung ein allenfalls taktisches Verhältnis zu haben scheinen? Stadtentwicklungpolitik wurde in den letzten Jahren mit schwarzgrüner Rückendeckung jedenfalls vorwiegend von "Investoren" bestimmt. Machen wir doch die Nagelprobe: Im aktuellen Beispiel "Green Business Center" im Vauban kann die bündnisgrüne GR-Fraktion zeigen, ob sie den breiten Protest der Bürgerinnen in Bürger im Vauban-Viertel ernst nimmt. Oder wird sie sich vom Blendwerk der einstweilen im Dunkeln bleibenden Investoren blenden lassen und einem Gebäuderiegel zustimmen, welcher entweder dem Stadtbauturm am Vauban-Eingang eine weitere Bausünde zur Seite stellt oder als unbezahlbare Energieschleuder das - tatsächlich mit riesigem bürgerschaftlichen Engagement entwickelte - Erfolgskonzept des Modellstadtteils auf den Kopf stellt? Politik ist halt wirklich ganz konkret. Darum geht's. Und - sorry - nicht in erster Linie um dein Gefühlsleben als Grüner. Außerdem: Wer sagt denn dass du gar keine Chance hast, ein echter Grüner im Gemeinderat zu werden?

Zum Vauban: Ich kenne die

Zum Vauban: Ich kenne die Vorgeschichte dieses Falles nicht und habe nur die Diskussion der letzten Monate mitbekommen. Ich habe bislang nicht den Eindruck, dass es einen "breiten" Protest gibt. Das vor Monaten lancierte Modell des Stadtteilvereins hielte ich übrigens für eine wesentlich größere Bausünde als den aktuellen Planungsstand des GBC. Die Befürchtung, dass ein einziges Gebäude das Erfolgskonzept Vauban auf den Kopf stellen könnte, halte ich für vollkommen übertrieben.

An den Früchten sieht man doch, dass eine starke grüne Fraktion im Gemeinderat sitzt. Sicherlich gibt es einzelne Punkte, über die man geteilter Meinung sein kann (z.B. das Alkoholverbot im Bermudadreieck, einzelne Kürzungen im Haushalt), aber die Politik der bisherigen Fraktion als "ungrün" zu bezeichnen, das finde ich schlicht falsch. Wie man die Fraktion in einer taktischen Umklammerung des OB sehen kann, ist mir ebenfalls schleierhaft, mit meiner Wahrnehmung - sowohl aus der Zeit, als ich die Freiburger Kommunalpolitik von außen über die Presse wahrgenommen habe als auch aus der Innenperspektive, soweit die mir möglich ist - stimmt eine solche Einschätzung jedenfalls nicht überein.

Nie wieder Grün!

Hey, Timothy, das kann doch nicht Dein Ernst sein: Als Dinge, über die man geteilter Meinung sein kann, nennst Du Haushaltskürzunghen und das Alkoholverbot. Jetzt will ich Dir mal sagen, wo für mich und einer ganze Reihe von Leuten der Hammer hängt, weswegen ich bzw. wir die Freiburger Grünen nie wieder wählen werden: Als die Polizei das Aktivistencamp gewaltsam auflöste, die Demonstranten einkesselte und offensichtlich schwer mißhandelte (siehe Leserbriefe u.a in der Badischen Zeitung) brach sie die Verfassung. Das Vorgehen erinnerte u.a. an den berüchtigten  Hamburger Kessel, war aber weitaus brutaler (Opfer wurden mit Kabelbindern geqult, einer bewußtlosen Frau wurde der Arzt verwehrt). Statt die Verantwortlichen (z.B. den Polizeichef) zur Rechenschaft zu ziehen, gab es einen Schulterschluss zwischen Polizei und OB. Es war zum Kotzen! Ein großer Teil der Grünen Fraktion hielt dazu feige die Klappe. Menschen, die auf dem Bürgerrechtsauge blind sind, machen sich vielleicht gut in Rußland, aber bestimmt nicht in meinen Gemeinderat. Jasager, Blockflöten und Abnicker: Das ist in meinen Augen aus den etablierten Grünen geworden. Der Staat wird offenbar brutaler und das mit grünem Beistand. Ich will jedenfalls, daß sich Polizeiübergriffe in Zukunft  verantworten müssen. Die Grünen und erst recht ihren OB kann man dabei leider vergessen. Dass Du diesen Vorfall nicht einmal für erwähnenswert hälst, sagt eigentlich schon alles.

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